
Bildquelle: Christian Pöllmann
Homöopathie = Placebo? Schön wär`s!
An der Homöopathie scheiden sich die Geister. Denn bis heute steht – zumindest meines Wissens nach – ein wissenschaftlich anerkannter Nachweis über das „Wie“ der homöopathischen Heilweise aus. Es gibt viele Institutionen, die sich um Wissenschaftlichkeit bemühen, wie zum Beispiel die Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie. Hier kommst du auf deren Homepage.
Seit der Begründung der Homöopathie durch Samuel Hahnemann vor über 200 Jahren haben Kritiker und Skeptiker keine Kosten und Mühen gescheut, um die Homöopathie zu verunglimpfen. Doch momentan erscheinen immer wieder Beiträge in der Presse, die der Homöopathie etwas milder gesonnen sind. Eigentlich sehr erfreulich, oder?
Ich bin mir da aber manchmal gar nicht mehr so sicher, ob der Beitrag nun pro oder contra Homöopathie geschrieben ist. Anfangs denke ich, dass klingt ja doch mal positiv… bis mir klar wird, dass hier eher das Prädikat „Placebo-Effekt“ angeheftet werden soll….
Homöopathie = Placebo? Der Placebo-Effekt
Als Placeboeffekt bezeichnet man in der Therapie das Auftreten einer therapeutischen Wirkung durch die Gabe von Medikamenten ohne Wirkstoff. Je nach Studie und Quelle werden dem Placeboeffekt 35 % bis 60% der Heilwirkung zugeschrieben.
Patienten Zuwendung: Dem Placeboeffekt werden auch andere Faktoren, wie zum Beispiel das Verhältnis zwischen Therapeut und Patient zugeschrieben. Ausserdem haben Homöopathen auch meist den Vorteil, dass Sie sich Zeit nehmen können für den Patienten. In der Homöopathie ist Zeit für die Anamnese – manchmal bis zu 1,5 Stunden- ein wichtiger Faktor. Diese Therapieform behandelt den Patienten ganzheitlich. Es werden in einer Anamnese nicht nur die aktuellen Beschwerden, sondern auch die Psyche, Familienanamnese, Kopf zu Fuss Symptomatik und die Krankengeschichte abgefragt. Dieses Zeitfenster haben Schulmediziner, die nicht homöopathisch arbeiten, leider nicht.
Zurück zum Placebo : 35 – 60 % Heilwirkung über den Placeboeffekt bei jedem Patienten wären aus meiner Sicht eine feine Sache für Patient und Therapeut! Aus Erfahrung weiß ich jedoch, dass dies in der Realität in einer Praxis für klassische Homöopathie nicht der Fall ist. Und ich bin mir sicher, dass Homöopathen weltweit davon ebenfalls ein Lied singen können.
Homöopathie ist gefährlich
Durch die These, welche der Homöopathie eine Placebowirkung zuschreibt, würde dies bedeuten, dass das homöopathische Arzneimittel zwar wirkungslos sind, jedoch immer eine gewisse Heilung erreicht werden kann. Dies ist aber leider nicht so. Ein homöopathisches Mittel, dass nicht individuell passend ist, ist wirkungslos. Sprich, es gibt hier keinen Heilimpuls. Auch nicht den eines Placeboeffektes. Ist das Mittel falsch, bleibt die Wirkung aus. Schlimmer noch! Eine Erkrankung kann somit unbehandelt weiter fortschreiten und der Zustand des Patienten kann sich durch diese Zeitverzögerung dramatisch verschlechtern. Falsch angewandt, kann Homöopathie daher auch gefährlich sein- da stimme ich all den Kritikern zu 100% zu.
Es wäre daher wirklich schön, wenn die Homöopathie bei jedem Patienten den Placebo-Effekt hätte. Dies würde ja bedeuten, dass die Suche nach dem richtigen Mittel nicht so relevant wäre und der Heilungserfolg mit egal welchem Mittel gegeben wäre.
Die größten Feinde der Homöopathie sind aus meiner Sicht aber gar nicht die Kritiker und Skeptiker, sondern der Homöopath selbst. Nämlich dann, wenn er die Gesetzmäßigkeiten der Homöopathie nicht korrekt anwenden kann, weil er nicht alles sieht und beachtet hat. Zudem hat jeder Mensch seinen persönlichen Lebensweg mit seinen individuellen Herausforderungen und Schicksal. Heilung verläuft nun mal nicht nach Excell-Tabelle, sondern folgt ihren ganz persönlichen Schritten.
Wusstest du, dass in Indien die Homöopathie viel weiter verbreitet ist als bei uns und der deutsche Entdecker dieser Heilmethode Samuel Hahnemann dort verehrt wird ?
Haftungsausschluss: Diese Informationen sind meine persönliche Meinung und beziehen sich auf meine Erfahrungen, Praxisrecherche und Studium. Ich bin kein Gegner der Schulmedizin und auch kein Gegner von Impfungen. Die Homöopathie ist keine von der evidenzbasierten Schulmedizin anerkannte Heilmethode. Meine Informationen ersetzen keine Diagnose und Behandlung beim Arzt oder Therapeuten. Bitte gehe zum Arzt und Therapeuten falls Du oder jemand aus Deiner Familie Symptome haben und Unwohlsein besteht. Es besteht insbesondere auch keine Haftung in den Fällen, in denen aufgrund dieser Informationswebsite durch falsche Anwendung oder falsch eingeschätzte Krankheitsverläufe ein Schaden entstanden ist.
Hinweis: Meine Texte können Werbung zu meinen Produkten oder auch Werbe-Links zu Produkten (erkennst Du am * hinter dem Link) enthalten, die ich selber nutze und liebe. Ich wurde nie dafür bezahlt, sie einzubinden! Und auch nicht mit Lindt Schokokugeln* bestochen. Schade eigentlich..
Anderswo zum weiterlesen & weitergucken
Homöopathie- Medizin oder Mogelpackung? Hier ein interessanter Beitrag vom BR.
Patienten sind mit der Behandlung beim Heilpraktiker meist sehr zufrieden. In einer Studie wurde herausgefunden, dass sich der Heilpraktiker rund eine Stunde Zeit für einen Termin nimmt. Die Ärzte haben im Schnitt nur 7,5 Minuten. Nähere Infos findest Du hier:
Links zu Themen, die direkt oder indirekt in diesen Artikel eingeflossen sind: https://www.netdoktor.de/therapien/placeboeffekt/
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